Peter Wohlleben ist wohl der bekannteste Förster Deutschlands. In zahlreichen Buchveröffentlichungen und weiteren Medienformaten tritt er für ein anderes, neues Verhältnis zum Wald ein. In seiner Waldakademie in Wershofen in der Ahreifel vermittelt er mit seinen Mitarbeitenden in Seminaren und Exkursionen einen differenzierten Blick auf den Wald. Zu seinen spannendsten Projekten gehört sicherlich das Urwaldprojekt: Rund um Wershofen hat die Waldakademie inzwischen Land erworben, auf dem sich der Wald ungestört entwickeln kann. Keine Nutzung stört hier den natürlichen Lauf der Dinge – auf dem Waldrettertrail bekommt man einen ersten Eindruck einer langsam entstehenden Wildnis. Ein spannendes und höchst abwechslungsreiches Landschaftserlebnis, das zudem noch garniert ist mit traumhaften Weitblicken und wunderbar stillen Orten in einer der schönsten Ecken der Eifel.
Treffpunkt ist der Wershofen Dorfplatz, 53520 Wershofen (kostenfreie Parkplätze vorhanden). Wer über kein eigenes Auto verfügt, kann sich gerne an den Kursleiter wenden. Wir versuchen Fahrgemeinschaften zu organisieren.
Verpflegung: Rucksackverpflegung, am Ende der Tour Einkehr im Landgasthaus Pfahl (Hauptstr. 76, 53520 Wershofen)
Dauer und Schwierigkeitsgrad: Die Tour dauert 4:45 h inkl. Pause (ca. 14 km, 387 Höhenmeter) Gleichverteilte Steigungen bei gut begehbaren Wald- und Wiesenwegen. Gute Kondition ist für die Tour hilfreich.
Mitzubringen: Bitte bringen Sie dem Wetter angepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Geld für die Einkehr sowie beste Wanderlaune...
Tourenbeschreibung
Vom Dorfplatz in Wershofen starten wir unsere Wanderung in die Waldwildnis. Schnell ist ein erster Wiesenweg am Ortsrand erreicht. Mit Blick auf den markanten Vulkankegel des Arembergs führt uns unser Weg durch Felder bis zu den ersten Waldausläufern. Schon auf den ersten waldigen Metern macht der Waldrettertrail seinem Namen alle Ehre: Ein urwüchsiger Wald mit Buchen umgibt uns wie ein schützender Baldachin.
Auf unserem Weg in das Dreisbachtal bekommen wir einen ersten nachhaltigen Eindruck eines gewachsenen naturnahen Waldes. Auch wenn wir hier sicherlich keinen Urwald im eigentlichen Sinne finden, so fühlt es sich doch ein bisschen so an…
Unten im Tal angekommen erwarten uns die Reste einer alten Mühle – der weitere Weg in diesem schönen stillen Tal wirkt ebenso weltentrückt.
Bevor wir uns aber in dieser komplett von der Stille fangen lassen, führt uns unser Weg durch wechselnde Waldpassagen wieder aufwärts, bis wir nach einer plötzlichen Straßenquerung wieder ins Freie treten. Nun zeigt uns der Waldrettertrail, dass zu einer vollkommenen Naturlandschaft nicht nur Wald, sondern auch Wiesen gehören. Immer höher hinauf führt uns der Weg, bis wir zur Kottenborner Kapelle kommen, einen Platz von fast unwirklicher Schönheit: Rund um die auf einer Hügelkuppe liegenden Kapelle stehen malerisch einzelne Bäume, unter einer Linde lädt eine Bank zum Verweilen ein: Der Blick geht ins Weite und man hat das Gefühl, die Ahreifel liegt einem zu Füßen. Ein perfekter Ort für unsere Pause…
Nun geht es wieder abwärts, noch einmal weitet sich der Blick, bevor wir wieder in das waldige Dickicht eintauchen. Zuerst führen uns breite Waldwege durch wunderbare Waldbilder abwärts in Richtung Armuthsbach, im folgenden Aufstieg passieren wir dann urwüchsigen Wald – es ist ein fast mystisch wirkender Pfad zwischen wurzeligen Bäumen, ein kleiner Bach ermuntert unsere Schritte bergan.
Bald lichtet sich das Kronendach und wir sind wieder im offenen Wiesenland, einige Wegschleifen später erreichen wir den Ortsrand von Wershofen. Bevor wir unsere Einkehr ansteuern, machen wir noch einen kleinen Schlenker vorbei an Wohllebens Waldakademie, dem kreativen Ausgangspunkt des Waldrettertrails. Im Landgasthaus Pfahl erwartet uns dann der verdiente Lohn für unsere Berg-und-Tal-Tour durch den Wershofener Urwald.